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Kultur

Kulturgespräch 2010

„Menschliche Entwicklung erfordert kulturelle Freiheit“ lautete der Titel des UNDP Berichtes 2004. Die wachsende Bedeutung von Kultur in der internationalen Diskussion hängt stark mit den aktuellen Herausforderungen der Weltlage zusammen: mit der beschleunigten Globalisierung und ihren Folgen, mit rasant zunehmender Urbanisierung, mit Migration, mit uniformer Modernisierung - und mit den vielerorts sichtbaren Abwehrreaktionen. Die Diskussionen über innovative, dynamische und integrative Gegenentwürfe werden im Norden wie im Süden geführt – wenngleich mit unterschiedlicher Sichtbarkeit. Das „UNESCO Übereinkommen 2005 zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ bildet mittlerweile einen weltweiten Rahmen, der auch die kulturelle Entwicklungszusammenarbeit beinhaltet. Beim MDG Gipfel der Vereinten Nationen in New York im September 2010 wurde die kulturelle Dimension von Entwicklung neuerlich besonders betont. Im Rahmen von Kulturgesprächen wurde der aktuelle Stand der internationalen und österreichischen Diskussion reflektiert. Hauptreferent war Raymond Weber, ehemaliger Leiter der luxemburgischen Entwicklungszusammenarbeit, OECD Mitarbeiter und Professor am Collége d’Europe.

 

Die Ausstellungsbesuche und eine Poetry Performance boten gleichzeitig die Gelegenheit, ganz konkrete, wenn gleich völlig unterschiedliche Position aus der Kunst und Kultur zum Thema zu erfahren. „African Lace“ (Afrikanische Spitzen, Ausstellung im Völkerkundemuseum) werden die farbenprächtigen, industriell bestickten Stoffe genannt, welche seit über fünfzig Jahren zu einem fixen Bestandteil der nigerianischen Festbekleidung und Mode geworden sind. Zum ersten Mal widmet sich nun eine Ausstellung der Geschichte und kulturellen Bedeutung dieser zu einem großen Teil in Vorarlberg hergestellten African Lace-Stoffe in Nigeria. Die Ausstellung William Kentridge - FÜNF THEMEN in der Albertina ist eine Retrospektive über das Werk des südafrikanischen Künstlers William Kentridge. Die Schau umfasst Arbeiten aus allen Medien - vom Film, Buch bis hin zur Zeichnung und Skulptur. Der Schriftsteller und Poet Lesego Rampolokeng, ebenfalls aus Südafrika, begleitet uns als „Guest of Honor“ durch die Ausstellung und steht für Fragen bereit. Lesego’s nachfolgende PoetryPerformance behandelte ähnliche Themen wie Kentridge mit völlig anderen Stilmitteln. Rampolokeng, geboren in Soweto, ist ein Poet der verlorenen Generation, der an die Macht des gesprochen Wortes setzt. Er wurde zu einem der radikalsten KünstlerInnen im neuen Südafrika, der auch den Konflikt mit den neuen Machthabern nicht aus dem Wege geht.

Das zweitätige Programm richtete sich vor allem an Entscheidungsträger in EZA und Verwaltung, ARGE Kulturelle Vielfalt der ÖUK, Kulturschaffende und (Jung)WissenschafterInnen. Rund 80 Personen nahmen an den verschiedenen Programmen teil.

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Raymond Weber,  Mainstreaming Kultur und Entwicklung 
Impulsreferat