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Global Dialogue

Ägypten Revolte

Demokratische Zukunft oder autoritäre Restauration? Gesellschaftliche und politische Perspektiven in der arabisch-islamischen Welt

(c) Al Jazeera

Mittwoch | 16. März 2011 |
18.30 bis 21.00 Uhr


Ort: Haus der Musik |
Seilerstätte 30 | 1010 Wien






Begrüßung: Magda Seewald | VIDC/Wiener Institut

Vortrag und Podiumsdiskussion mit

Rabab el Mahdi
| American University Cairo und Aktivistin von kefaya
Cilja Harders | Arbeitsstelle Politik des Vorderen Orients an der Freien Universität Berlin

Kommentar:
Wolfram Schaffar |  Institut für Internationale Entwicklung an der Universität Wien

Moderation:
Helmut Krieger | Institut für Internationale Entwicklung und Institut für Politikwissenschaft an der Universität Wien

Simultandolmetschung: englisch/deutsch



Hintergrund

In den letzten Wochen haben soziale Bewegungen von Marokko bis Bahrain fundamentale politische und sozioökonomische Forderungen auf die Straße getragen. Sie haben mit rasender Geschwindigkeit dafür gesorgt, dass autoritäre, oftmals vom ‚Westen‘ gestützte Staatsstrukturen grundlegend hinterfragt wurden. Mit der Abdankung des tunesischen Präsidenten Ben Ali und des ägyptischen Potentaten Mubarak schienen zudem Millionen von Menschen das erreicht zu haben, was nur in seltenen historischen Momenten möglich scheint: der Weg hin zu progressiven Umwälzungen, initiiert und erkämpft von sozialen Bewegungen. 
So unterschiedlich und vielfältig die jeweiligen Bedingungen im arabisch-islamischen Raum sind, so mannigfaltig sind auch die Versuche der einzelnen Eliten, jenen fundamentalen emanzipativen Forderungen zu begegnen. Von Verhandlungsangeboten als Form der Vereinnahmung über die Auswechslung einzelner Regierungen bis hin zu brutaler Repression reicht dabei das Spektrum. Trotz verschiedenster Zensurmaßnahmen wird eindrücklich sichtbar, wie umkämpft die aktuellen gesellschaftlichen Umbrüche sind. Auch wenn kein Weg zurück mehr führt, bleibt dennoch offen, inwiefern autoritäre Restaurationen auch mit ‚westlicher‘ Unterstützung demokratische und sozioökonomische Forderungen abzuwürgen in der Lage sein werden.
Ausgehend von den Entwicklungen in Ägypten werden folgende Fragestellungen aus geschlechterkritischen und politökonomischen Perspektiven diskutiert:
Wie können die neuen progressiven Bewegungen in Ägypten und in weiteren arabischen Ländern eingeschätzt werden? Inwiefern stellt sich das Verhältnis zwischen den neuen/alten Eliten und dem Militär neu dar? Wie werden islamistische Bewegungen den politischen Raum nutzen? Was haben wir über Ähnlichkeiten und Unterschiede in den aktuellen Umwälzungen in der arabisch-islamischen Welt zu lernen? Was bedeuten diese für europäische (Entwicklungs-)politiken? Inwiefern ist es notwendig, das Verhältnis zwischen Staat und sozialen Bewegungen neu zu bestimmen? 


Podium

Rabab el Mahdi
ist Assistenzprofessorin am Institut für Politikwissenschaft der American University in Kairo (AUC). Sie promovierte an der McGill University in Montreal. Ihre Forschungsgebiete sind soziale Bewegungen und Widerstand, Beziehungen zwischen Staat und Zivilgesellschaft sowie politische Ökonomie der Sozialpolitik. Rabab el Mahdi arbeitete vor ihrer Zeit an der AUC für verschiedene Entwicklungsorganisationen und ist Aktivistin der kefaya Bewegung in Ägypten.

Cilja Harders
ist Professorin und Leiterin der Arbeitsstelle Politik des Vorderen Orients an der Freien Universität Berlin. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen: Transformation von Staatlichkeit zwischen Demokratisierung und Autoritarismus, Partizipation und Transformation; Armut, Außen- und Sicherheitspolitik im Nahen Osten nach dem 11. September 2001; regionale Kooperation im Nahen Osten; Euro-Arabische Beziehungen; politikwissenschaftliche Geschlechterforschung, insbesondere zu Geschlecht und Gewalt; Friedens- und Konfliktforschung sowie zur Partizipation von Frauen.

Wolfram Schaffar
ist Professor am Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien. Zuvor war er am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim und am Institut für Orient- und Asienwissenschaften der Universität Bonn sowie an der Fakultät für Politikwissenschaft der Chulalongkorn Universität in Bangkok tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind soziale Bewegungen, Demokratisierung und Konstitutionalismus mit dem regionalen Schwerpunkt Thailand und Myanmar/Birma.

Helmut Krieger
ist Sozialwissenschafter und Lehrbeauftragter am Institut für Internationale Entwicklung sowie am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien im Bereich Internationale Politik. Forschungsschwerpunkte: israelisch-palästinensischer Konflikt; Politischer Islam in der arabisch-islamischen Welt; kritische Staatstheorien und Postkoloniale Theoriebildung.


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