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VIDC

Jenseits von Säkularismus und Islamismus – Perspektiven für die arabische Welt

Montag | 27. Jänner 2014 | 17:00 - 21:00 Uhr | Diplomatische Akademie | Festsaal | Favoritenstraße 15a | 1040 Wien

© Nikolaus Herzog

 

 

Detailprogramm deutsch 

 

Program english

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Programm

 

17.00 - 17.15 Begrüßung

Magda Seewald | VIDC


17.15 - 18.30 Kritische Perspektiven von Studentinnen

Sawsan Kanan | Absolventin am Institute of Women’s Studies, Birzeit University, Palestine

Hanan Kaoud | Absolventin am Institute of Women’s Studies, Birzeit University, Palestine

Moderation: Klaudia Rottenschlager | Doktorandin am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien

 


18.30 - 19.00 Pause

 


19.00 – 21.00 Jenseits von Säkularismus und Islamismus

Wael Hallaq | Professor am Department of Middle Eastern, South Asian, and African Studies, Columbia University, New York

Islah Jad | Assoziierte Professorin am Institute of Women’s Studies, Birzeit University, Palestine

Moderation: Helmut Krieger | Institut für Internationale Entwicklung, Universität Wien

 

Veranstaltungssprachen: Englisch mit deutscher Simultandolmetschung

 

Anmeldung an: seewald[at]vidc.org

 

 

 

Hintergrund

Mit den Umbrüchen in der arabischen Welt haben sich Auseinandersetzungen um ‚säkulare‘ bzw. ‚islamische‘  Gesellschaftskonzepte nochmals zugespitzt. Sowohl in den politischen Konfrontationen in Tunesien als auch mit dem jüngsten Militärputsch in Ägypten als auch etwa im Krieg in Syrien scheint sich eine unüberbrückbare Trennung zwischen islamischen und als säkular definierten Vorstellungen und Ideen eingebrannt zu haben. Offensichtlich kann unter den Bedingungen von extremer Armut, Krieg und ständigen Interventionen eine existierende Pluralität von Gesellschaftsentwürfen nicht mehr ausgehandelt werden.  Grundlegende Ideen – seien sie ‚säkular‘ oder seien sie ‚islamisch‘ – unterliegen einer entsprechenden Konfrontationslogik und werden zu einer wichtigen Waffe in der politischen Auseinandersetzung. Kann es daher überhaupt noch so etwas wie ein ‚Jenseits von Säkularismus und Islamismus‘ geben, und wie könnte dies aussehen?

Die Veranstaltung ist der Abschluss des Projektes "Dialoguing Across the Religious/Secular Divide", das das VIDC gemeinsam mit dem Institute for Women’s Studies der Birzeit University in Palästina durchgeführt hat. Unter anderem mit der Einrichtung eines Diskussionsforums wurde dabei von Studierenden und Lehrenden ein Raum jenseits gegenwärtiger Konfrontationslogiken ausgelotet, indem säkulare bzw. islamische Gesellschafts- und Staatsmodelle einer grundlegenden Kritik unterzogen wurden. Denn die Frage nach dem ‚Jenseits von Säkularismus und Islamismus‘ beinhaltet sowohl eine kritische Analyse von bestehenden Ideen als auch die Frage, was wir eigentlich damit meinen, wenn wir von ‚säkular‘ bzw. ‚islamisch‘ sprechen.

Am Podium

Wael Hallaq ist Professor für Islamisches Recht und Islamische Geistesgeschichte an der Columbia University. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Islam und Moderne, die Geschichte des Orientalismus und die Auswirkungen des orientalistischen Paradigma auf die Wissenschaft und die islamische Rechtswissenschaft. Zu seinen Publikationen zählen u.a. An Introduction to Islamic Law (2009), Shari’a: Theory, Practice, Transformations (2009) und The Impossible State: Islam, Politics, and Modernity’s Moral Predicament (2013).

Islah Jad ist Assoziierte Professorin für Gender Studies und Politikwissenschaften am Women’s Studies Institute and Cultural Studies Department der Birzeit University in Palästina. Sie ist Mitbegründerin des Women’s Studies Programm und war bis 2013 auch dessen Direktorin. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem die Rolle von Frauen in der Politik, Frauen und Islam sowie die palästinensische Frauenbewegung. Dr. Jad ist Beraterin für Genderfragen beim United Nations Development Programme und Co-Autorin des UN Arab Development Report on Women’s Empowerment. Weitere Publikationen von ihr sind Palestinian Female Headed Households (2002), Women at the Crossroads: The Palestinian Women’s Movement between Nationalism, Secularism and Islamism (2008, 2. Ausgabe 2013).

Sawsan Kanan ist Gender Expertin bei TAM (Women Media and Development Association) für PCID (Palestinian Community Infrastructure Development) in Ramallah. Sie schloss ihren Master in Gender and Development Studies im Sommer 2013 an der Birzeit University ab.

Hanan Kaoud ist seit Oktober 2013 Director for Development, Communication and Outreach bei MIFTAH (The Palestinian Initiative for Promoting Global Dialogue and Democracy) in Ramallah. Zuvor war sie von 2005 bis 2013 in unterschiedlichen Positionen für UNDP (United Nations Development Programme) in Jerusalem und Ramallah tätig. Hanan Kaoud schloss ihren Master in Gender and Development Studies im Juni 2013 an der Birzeit University ab.

Helmut Krieger ist Sozialwissenschafter und Lehrbeauftragter am Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien und Konsulent des VIDC. Gegenwärtig arbeitet er in einem von der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit finanzierten Hochschulkooperationsprojekt mit dem Centre for Development Studies an der Birzeit University in der Westbank (siehe cds-ie.univie.ac.at/en/home.html). Seine Forschungsschwerpunkte sind: der israelisch-palästinensische Konflikt, Bewegungen des politischen Islam in der arabischen Welt, kritische Staatstheorien und Postkoloniale Theoriebildung. Jüngste Veröffentlichung: Investitionen in den Konflikt. Die politische Ökonomie palästinensischer Staatsformierung (2013).

Klaudia Rottenschlager ist Doktorandin am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien und als Mitglied des Forschungsclusters Conflict and Development auch Mitarbeiterin im APPEAR-Projekt Conflict, Participation, and Development in Palestine. Ihr Dissertationsprojekt fokussiert aus intersektionaler Perspektive auf kollektive Identitätskonstruktionen junger PalästinenserInnen. Jüngste Veröffentlichung: Frauenbewegungen in Palästina: Ein Wissenstransfer jenseits eurozentrischer Repräsentationen, in: Frauensolidarität, Nummer 123, Ausgabe 1, 2013, S. 14-15

Magda Seewald ist Projektreferentin am VIDC. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen Gender sowie Gender und bewaffnete Konflikte mit einem regionalen Focus auf den Nahen Osten. Sie studierte Politikwissenschaft an der Universität Wien. Zu ihren letzten Veröffentlichungen zählen: Durstig nach Gerechtigkeit – Wasserkrise in Gaza, in: Frauensolidarität, Nummer 124 S. 20-21, Im Schatten der Siedlungen - Vom Alltag palästinensischer Frauen, in: Frauensolidarität, Nummer 119/2012, S. 18-19.

 

Die Konferenz findet in Kooperation mit der Diplomatischen Akademie Wien statt.



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