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VIDC

Land Grabbing in Afrika: Satte Renditen für Europa?

Mittwoch 10. April | 19.00 Uhr -21.00 |

Albert Schweitzer Haus | Schwarz-Spanierstraße 13 | 1090 Wien

copyright: afroline

Kurzbericht zur Diskussion

 

Dokumentation (engl)   hier

 

Präsentation Agnes Kirabo

 

Präsentation Yvan M. Ardenti

 

Präsentation Philip Seufert

 

 

 

Diskussion mit:

Philip Seufert | FIAN International
Agnes Kirabo | Uganda Land Alliance | Volunteer Efforts for Development Concerns
Yvan Maillard Ardenti | Brot für Alle | Transparency Int'l Switzerland

Moderation: Franz Schmidjell | VIDC Wiener Institut
 
Begrüßung: Brigitte Reisenberger | FIAN Österreich

In Kooperation mit FIAN Österreich

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt 

 

 

Hintergrund

 

Allgemeine  Erklärung der Menschenrechte – Artikel 25: „Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen, sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität oder Verwitwung, im Alter sowie bei anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände.“

Die Realität sieht anders aus. Investoren aus China, Indien, den Golfstaaten, aber auch europäische  Fonds und Banken vertreiben zu Tausenden Kleinbäuerinnen und Kleinbauern von ihrem Land.

Bereits 2010 präsentierte die OECD eine Studie, die das Gesamtvolumen der Investitionen in Ackerland und landwirtschaftliche Infrastruktur auf 10 bis 25 Milliarden US-Dollar beziffert. Knapp die Hälfte dieser Fonds sind in Europa beheimatet. Hohe Nahrungsmittelpreise, steigende Nachfrage nach Agrartreibstoffen einerseits und günstige Grundstückspreise andererseits lassen hohe Ertragsraten erwarten.
 
In Niassa etwa, der größten und fruchtbarsten Provinz Mosambiks, gefährden laut Nichtregierungsorganisationen großflächige Baumplantagen die Lebensgrundlage der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. In Uganda haben sich 60 zivilgesellschaftliche Organisationen zur Food Rights Alliance (FRA) zusammengeschlossen, um gegen das Land Grabbing zu protestieren. In ihrem „Land Loser Directory“ beschreiben sie hunderte Fälle von Bäuerinnen und Bauern, die ihr Land verloren haben. Bei einem großen Teil der neuen Eukalyptuswälder, Reisfelder und Kaffeeplantagen stünden internationale Investoren im Hintergrund.

Gehen die europäischen Investitionen zu Lasten der lokalen Bevölkerung oder tragen sie zur Modernisierung der Landwirtschaft bei? Welche Verantwortung tragen europäische KonsumentInnen und AnlegerInnen? Wird auch unsere Pensionsvorsorge in Land Grabbing investiert? Welche Politiken braucht es, damit Investitionen nicht die Lebensgrundlage der einheimischen Bevölkerung gefährden? 

 

ReferentInnen

 

Philip Seufert arbeitet bei FIAN International, der Menschenrechtsorganisation für das Recht auf Nahrung. Er betreut das Programm „Zugang zu natürlichen Ressourcen“. Philip Seufert arbeitet im Besonderen zu einem Fall in Mosambik, der durch europäische Investitionsfonds finanzierte Baumplantagen involviert. Er hat auch den Entstehungsprozess der „Tenure Guidelines“ durch das Komitee für Welternährungssicherung verfolgt, in dem FIAN die Arbeitsgruppe der Zivilgesellschaft koordiniert hat.


Agnes Kirabo ist seit 2008 Kommunikationsleiterin bei Volunteer Efforts for Development Concerns (VEDCO) und im Vorstand der Uganda Land Alliance (ULA). Seit 2011 ist Frau Kirabo zudem nationale Koordinatorin der Food Rights Alliance, einem Zusammenschluss von 60 Organisationen in Uganda. Sie hat an der Makarere Universität (M.A. Human Rights, Dip. Music Dance and Drama) und an der Kyambogo Universität (B. Adult and Community Education) studiert. Sie nahm an zahlreichen internationalen Konferenzen zum Thema Landwirtschaft und Ernährung teil, u.a. NEPAD East and Southern Africa Conference (Tanzania 2013) und L’Aquila Food Security Donor Meeting (Washington 2012).

 
Yvan Maillard Ardenti
arbeitet bei Brot für Alle in der Schweiz zu den Themen Finanzmärkte, Verschuldung und Korruption. Er beschäftigt sich mit der Rolle von Development Finance Institutions und Land Grabbing, u.a. hat er eine Studie zu einem riesigen Agrartreibstoff-Projekt in Sierra Leone des Genfer Unternehmens Addax Bioenergy verfasst. Yvan Maillard Ardenti ist Vorstandsmitglied von Transparency International Switzerland.

 



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