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Aktuell

VIDC

Der Himmel über Afrika

Vom segensreichen (?) Einfluss evangelikaler Kirchen in Afrika

 

Dienstag, 04. Mai 2010, 17:00 bis 21:00 Uhr

Ort: Albert-Schweitzer-Haus, Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorträge und Podiumsdiskussion
mit

 
Paul Gifford

Prof. emeritus der School of Oriental and
African Studies (SOAS), Univ. London

Wahu Kaara
Direktorin des Kenya Dept Relief Network
Nominée für den Friedensnobelpreis

Helmut Nausner                                        
Superintendent a.D., Evangelisch-
methodistische Kirche Österreich

Moderation:
Renata Schmidtkunz, ORF

 

Dokumentation zur Veranstaltung

Video zur Veranstaltung

Ablauf

17:00        Walter Posch, VIDC – Begrüßung

17:15         Helmut Nausner – „Der Ursprung“
                  Der Evangelikalismus in Europa und in der  „Neuen Welt“

17:45         Paul Gifford – „Von Amerika nach Afrika“
                  Über die Anfänge des Evangelikalismus in Afrika, die
                  Missionierungen und den Erfolg der modernen
                  Pfingstkirchen

18:15         Kaffeepause

18:45         Wahu Kaara – „Gesellschaft und Religion in Afrika heute“
                   Von afrikanischen Kirchen in der heutigen Zeit und ihrem
                   Einfluss auf Gesellschaft und Politik

19:15         Podiumsdiskussion


21:00         Getränke und Erfrischungen


Moderation: Renata Schmidtkunz, ORF


Sprache: Deutsch und Englisch mit Simultanübersetzung

Hintergrund

Die so genannten „evangelikalen“ oder „Pfingst-“ Kirchen sind die am schnellsten wachsenden religiösen Strömungen der Welt, und zwar von Südamerika bis Südkorea. Ihre Missionsgebiete sind vor allem die ärmeren Gegenden der Welt. Der  Einsatz moderner Kommunikationsmittel, das Aufgreifen und Umwandeln religiöser Traditionen der jeweiligen Länder und das gleichzeitige Versprechen eines sozialen Aufstiegs sind die Geheimnisse ihres enormen Erfolges.
Aus der Strömung des Pietismus kommend, haben Pfingstkirchen heute sehr oft eine starke politische Komponente. Ihre VertreterInnen üben Einfluss und Druck auf die lokale Politik afrikanischer Staaten aus, um ihre Wertevorstellungen in weltliche Gesetze gegossen zu sehen. Während der Administration von Präsident George W. Bush hatten Hilfsorganisationen evangelikaler Kirchen über die staatliche Entwicklungshilfeorganisation USAID enormen Einfluss auf die politische und ökonomische Entwicklung vieler afrikanischer Staaten. Ein eigens zu dieser Zeit eingerichtetes Büro für „Faith Based Organizations“ bietet diesen Kirchen spezielle Unterstützung bei der Bewerbung um Hilfsgelder an.
Wie kam es zu dieser religiösen Strömung? Welche Ideologie steckt dahinter? Was macht ihren enormen Erfolg aus? Von welchen politischen Kräften kommt Unterstützung? Welchen Einfluss hat sie auf die Gesellschaften, in denen sie bereits fest verwurzelt ist, z.B. in Fragen wie HIV/AIDS oder Homosexualität? Wessen Einflusssphäre vergrößern evangelikale Kirchen mit ihrem Netzwerk in den Gemeinden Afrikas? Benützen politisch und ökonomisch konservative Kreise in den USA Religion als Werkzeug ihrer Vormachtstellung?


Podium

Helmut Nausner
wurde in Srednie Siolo in Weißrussland geboren und studierte am Theologischen  Seminar der Methodistenkirche in Frankfurt am Main und wurde 1959 Pastor in Wien, St. Pölten und Linz. Bereits in frühen Jahren interessierte sich Helmut Nausner für Ökumene und wurde 1965 Vorsitzender des Ökumenischen Jugendrats (ÖJR). Ab 1968 beteiligte er sich an der Gestaltung der "ökumenischen Morgenfeier" im Radio Ö1. 1983  wurde er zum Superintendenten der Methodistenkirche berufen, eine Tätigkeit, die er  18 Jahre lang ausführte. Außerdem ist Helmut Nausner Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Bis vor kurzem war er aktives Mitglied  und Pressesprecher des „Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich“. Helmut Nausner lebt in Wien.

Paul Gifford
wurde in Wellington, Neuseeland geboren und ist  Professor emeritus für afrikanisches Christentum und war stellvertretender Vorstand des Instituts für Religionswissenschaft an der School of Oriental and African Studies (SOAS) der University of London. Sein Spezialgebiet umfasst das Christentum, rezente Entwicklungen des afrikanischen Christentums sowie dessen sozio-politische Rolle und Afrikas neue „charismatische“ Kirchen. Er hat dazu zahlreiche Bücher veröffentlich, u.a. Christianity, Politics, and Public Life in Kenya (2009), Ghana's New Christianity: Pentecostalism in a Globalising African Economy (2003), Exporting the American Gospel: Global Christian Fundamentalism (1996), The Religious Right in Southern Africa (1988).
Paul Gifford lebt im Senegal.

Wahu Kaara
ist Direktorin des “Kenya Debt Relief Network”, welches Kampagnen für Schuldenerlass und ökonomische Gerechtigkeit im Angesicht der Globalisierung betreibt. Davor arbeitete sie als „Millennium Development Goals“-Programmkoordinatorin des “All Africa Council of Churches”. 2005 wurde sie für den Friedensnobelpreis nominiert und kandidierte für das kenianische Parlament. Gemeinsam mit Braziliens Präsident Lula da Silva rief sie im Jänner 2005 den Global Call to Action against Poverty (GCAP) ins Leben. Wahu Kaara arbeitet zu den Themen Menschenrechte, Armut, Privatisierung, Governance und Gendergerechtigkeit. Wahu Kaara lebt in Kenia.

Renata Schmidtkunz
Studium der Evangelischen Theologie in Wien und Montpellier/Frankreich. Seit 1990 Redakteurin, Moderatorin und Filmemacherin im ORF. Gastgeberin im „Club2“, Moderatorin der Wissenschaftssendung „Radiokolleg“ (Ö1) und Gesprächsleiterin in der Sendereihe „Im Gespräch“ (Ö1). Letzte Filme: „Meine Geschichten erzähle ich mir selbst – der Schriftsteller Michael Köhlmeier“ (ORF/3sat 2009); „Tel Aviv – Leben zwischen Himmel und Hölle“ (ORF/3sat 2009); „Alles was recht ist! 90 Jahre Frauenwahlrecht“ (ORF/3sat 2008).


Anmeldungen an: reiweger (at) vidc.org

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Eine gemeinsame Veranstaltung von VIDC und SADOCC.

Im Rahmen der österreichweiten Initiative Ke Nako Afrika - Afrika jetzt!

English Version



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